Welche Landesärztekammern sanktionieren die Suizidhilfe standesrechtlich?

Obwohl das Strafgesetz dies nicht verbietet und somit erlaubt, besagt die Muster-Berufsordnung der Bundesärztekammer (BÄK) in § 16: »Ärzte dürfen  keine Beihilfe zur Selbsttötung leisten«. Die BÄK kann jedoch nur Empfehlungen aussprechen, standesrechtlich für die jeweiligen Ärzte zuständig sind die 17 Landesärztekammern. Und die haben durchaus unterschiedliche Positionen.

In 10 Landesärztekammern (zuletzt von der saarländischen) wurde der standesrechtliche Verbots-Vorschlag der BÄK übernommen, in 7  jedoch nicht (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Westfalen-Lippe). So entscheiden unter Umständen wenige Kilometer (z. B. Berlin–Potsdam oder Wiesbaden–Mainz), ob ein Arzt, der einem Patienten lebensbeendende Mittel verschreibt, damit Sanktionen zu befürchten hat (und ggf. seine Approbation riskiert) oder nicht. Dies wird von Kritikern des BÄK-Verbotsvorstoßes als ein unhaltbarer Zustand angesehen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) – allerdings als Befürworter – haben die Landesärztekammern zu einer Vereinheitlichung aufgefordert, sie sollten doch alle den Passus aus der Muster-Berufsordnung übernehmen.

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