Wir brauchen kein Suizidhilfe-Gesetz!

Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages

anlässlich der Abstimmung über die Gesetzentwürfe zur Kriminalisierung von Suizidbeihilfe/Sterbehilfe.

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,

die meisten Mitglieder des Deutschen Bundestages sind derzeit unsicher und hegen berechtigte Zweifel, welcher der Anträge bei der für die erste Novemberwoche geplanten Abstimmung zur Suizidbeihilfe denn zu unterstützen wäre. Wenn auch Sie dazu gehören, möchte ich Sie bitten und ermutigen: Stimmen Sie viermal mit „Nein“!

Denn es bedarf doch – jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt – gar keiner Regelung zur Einschränkung der Suizidhilfe und erst recht keiner Androhung einer mehrjährigen Gefängnisstrafe, die vor allem Ärztinnen und Ärzte beträfe. Dies wurde verständlicherweise sowohl von namhaften Vertretern der Ärzteschaft bekräftigt, als auch durch einen Aufruf von über 140 Strafrechts-Professoren. Die Einschätzung dieser beiden Berufsgruppen, die zudem der Haltung einer großen Mehrheit von Bürgerinnen und Bürgern entspricht, darf im Bundestag nicht einfach ignoriert werden!

Persönlich mache ich mir mit vielen anderen Menschen große Sorgen, dass wir durch eine restriktive Neuregelung gezwungen werden könnten, zukünftig „bis zum bitteren Ende“ unseres Lebens aushalten zu müssen. Dabei nimmt nur eine verschwindende Minderheit (derzeit sollen es kaum mehr als 0,025 Prozent (!) der jährlich Verstorbenen sein) zum humanen Sterben tatsächlich eine Bereitstellung von tödlich wirkenden Medikamenten in Anspruch. Die allermeisten Menschen beruhigt allein die Möglichkeit, entsprechende Hilfe bekommen zu können (!) und natürlich vor allem die vorgesehene Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung.

Aber durch eine restriktive Einschränkung betroffen wären auch eine palliativmedizinische Betäubung („Sedierung“) mit von Schwerstleidenden ausdrücklich gewünschter Sterbeverkürzung oder auch ein bewusster Verzicht auf Nahrung mit dem Ziel, den eigenen Tod herbeizuführen. So manche Errungenschaft im Sinne des Wohls und des Willens von Patienten könnte juristisch in die Nähe der Unterstützung einer suizidalen Handlung gerückt werden. Allein die Furcht vor staatsanwaltlichen Ermittlungen würde entsprechende Sterbehilfe-Unterstützungen, auch wenn sie medizinethisch voll anerkannt und juristisch zulässig sind, wieder enorm erschweren.

Ich appelliere deshalb an Sie: Bitte beugen Sie sich nicht dem Druck eines einmal in Gang gesetzten, vermeintlich unabdingbaren, Gesetzgebungsverfahrens! Im Interesse von uns allen sollte die bestehende Rechtslage zur Sterbehilfe erhalten und keinesfalls verschärft werden. Bitte stimmen Sie daher im Bundestag viermal mit „Nein“!


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