Buttersäure-Anschlag gegen Suizidhilfebefürworter

Buttersäure-Anschlag gegen Suizidhilfebefürworter

Bei einem Suizidhife-Vortrag in Frankfurt a. M. sind die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), Elke Baezner und RA Matthias Lubcke, der als Mitglied des Humanistischen Verbandes (HVD) Deutschlands für die Organisation zuständig war, mit Buttersäure übergossen worden. Beide erlitten leichte Verletzungen im Gesicht. Das teilten Polizei und HVD mit.  

Der 44-jährige Angreifer war zum Podium gegangen und hatte etwas gerufen. Nach der Tat konnte er festgehalten und dann von der Polizei festgenommen werden. Ihm wird gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädiung vorgeworfend – die Polizei vermutet einen fanatisierten Sterbehilfegegner.

Der HVD äußerte bereits einen konkreten Verdacht: „Einzelne Aussagen des Täters lassen darauf schließen, dass er sich der Lebensrecht-Bewegung zuordnet“, sagte Dr. Florian Zimmermann, Landesvorsitzender des HVD Hessen. Diese Bewegung, die auch Pro-Life genannt wird, wende sich primär gegen Schwangerschaftsabbrüche, aber auch gegen jede Form von Sterbehilfe und manch andere Gebiete der Bioethik. Insbesondere in den USA versuche, so Zimmermann weiter, eine radikale Minderheit von Abtreibungsgegnern ihre Ziele durch Attentate z. B. gegen Familienplanungszentren und „Abtreibungsärzte“ durchzusetzen. Dabei würden einzelne Extremisten selbst vor Mord und Bombenanschlägen nicht zurückschrecken.

Die Veranstaltung zum Humanen Sterben hatte am Mittwochnachmittag in einem Konferenzzentrum am Frankfurter Hauptbahnhof stattgefunden. „Wir sind absolut entsetzt“, so Wega Wetzel, Sprecherin der DGHS, am Donnerstag vor der Presse. Buttersäure führt bei längerem Einatmen zu Übelkeit, Husten und Atembeschwerden, sie reizt Augen und Atemwege. Bei direktem Kontakt mit der Haut drohen Verätzungen. Die Feuerwehr musste hinzugezogen werden. Die beiden Anschlagopfer mussten im Krankenhaus behandelt werden, welches sie aber glücklicherweise am selben Abend wieder verlassen konnten.