Selbstbestimmung bis zum Lebensende

ist ein vom Grundgesetz geschütztes Recht und entspricht der Würde, die unsere Verfassung den Bürgern zu garantieren verspricht.

Über zwei Drittel der Bevölkerung wünschen sich laut repräsentativen Umfragen bei schwerster und unheilbarer Erkrankung die Möglichkeit, auch mit ärztlicher Hilfe ihr Leiden selbst beenden zu können. Es war bislang schon schwierig, einen Arzt zu finden, der zur Unterstützung einer Selbsttötung bereit war. Doch nun wurden bestehende Möglichkeiten durch Beschluss des Bundestages vom November 2015 drastisch eingeschränkt. Angetrieben von religiösen Gegnern jeglicher Selbsttötung und unterstützt von einer Vielzahl von Ärztefunktionären hat eine Mehrheit von 360 Abgeordneten jede Form „geschäftsmäßiger“ und „organisierter“ Suizidhilfe verboten (§217 BGB).

Das zentrale Argument der Gegner von Suizidhilfe lautet, dass bereits Angebote zur Suizidhilfe kranke und schwache Menschen zur Selbsttötung „verleiten“ würden. Dafür gibt es keinerlei ernsthafte Belege, auch konnten Suizidhelfern keine Verleitungen nachgewiesen werden. Außerdem hätte man durch die Aufstellung vernünftiger Sorgfaltspflichten solchen Befürchtungen entgegenwirken können.

Die jetzige Rechtslage darf nach Auffassung eines breiten Bündnisses humanistischer Organisationen nicht hingenommen werden. Suizidhilfe war bei freiwillensfähigen Patienten bis zum Dezember 2015 keine Straftat. Durch das neue Gesetz werden auch die wenigen Ärzte, die bislang bereit waren, im Notfall ihren leidenden Patienten bei einer freiwilligen Beendigung des eigenen Lebens behilflich zu sein, mit Gefängnis bedroht, wenn sie dies mehr als einmal tun.

Wir fordern, die frühere Straffreiheit der Suizidhilfe wiederherzustellen. Lesen Sie dazu auch die Leitsätze des Bündnisses für Selbstbestimmung bis zum Lebensende.